HARPERSCHEID. Bereits zum zweiten Mal führten die Jugendfeuerwehren aus Dreiborn, Bronsfeld und Harperscheid einen gemeinsamen Berufsfeuerwehrtag durch. Daran nahmen 22 Jugendliche und sechs Betreuer teil. Das Fazit nach zwei Tagen „Wachalltag“ war überwältigend. Eine Wiederholung ist fest geplant.
Kathrin Hörnchen fasste den Ablauf der Berufsfeuerwehrtage zusammen, der auch als Vorlage für die Gestaltung solcher Aktionen bei anderen Feuerwehren dienen kann.
Freitagnachmittag, 16 Uhr: Zunächst wurde die Fahrzeughalle der Löschgruppe Harperscheid zu einem Schlafplatz und einem Aufenthaltsraum umgebaut. Anschließend erfolgte die Einteilung der Jugendlichen auf drei Einsatzfahrzeuge, die auch bei den fiktiven Einsätzen als Löschzug ausrückten.
Ab 17.30 Uhr folgte der theoretische Unterricht, in dessen Rahmen die taktischen Grundlagen und Hintergrundwissen für denkbare Einsatzszenarien besprochen wurden. Eine Stunde später wurde der Unterricht plötzlich von einer ersten „Alarmierung“ unterbrochen und der frisch zusammengestellte Löschzug rückte erstmals zum „Einsatz“ aus. Auf dem Feldweg zwischen der Wildparkstraße in Harperscheid und dem Waldanfang nahe den Angelweihern war eine Ölspur gemeldet worden, die mit reichlich Handarbeit beseitigt werden musste. Natürlich wurde bei der Darstellung der Spur kein richtiges Öl verwendet. Nach einer dreiviertel Stunde meldeten sich die Jugendfeuerwehrleute „zum Abmarsch fertig“.

Nach dem Besuch der Wehrleitung und der Löschgruppenführer der beteiligten Wehren folgte um 20 Uhr das gemeinsame Abendessen, das sich die Jugendlichen nach dem ersten „Einsatz“ redlich verdient hatten. Die Zeit nach der Stärkung verging rasch und kaum hatte die Wachmannschaft die Spielkarten gezückt oder ein paar Runden Fußball gespielt, rief der Meldeempfänger zum nächsten Einsatz: „Person hinter verschlossener Tür“ lautete das Stichwort und auch dieser Einsatz konnte durch besonnene Überredungskünste seitens der Jugendfeuerwehrleute abgearbeitet werden.
Die Nachtruhe währte kurz, denn bereits mit dem Anbruch der Morgensonne, schrillte der „Piepser“ erneut. Im Bereich des Wildfreigeheges musste eine vermisste Person gesucht werden, doch dann folgte die unerwartete Rückmeldung der Leitstelle, dass die Person wieder zu Hause aufgetaucht sei.
Nach einer Verschnaufpause rückte der Löschzug zu den Wiesen in der Nähe des Schöneseiffener Löschteichs aus, wo ein ausgedehnter Flächenbrand ausgebrochen war. Im Nu konnte eine Wasserversorgung hergestellt und das Feuer bekämpft werden. Die Jugendlichen arbeiteten umso schneller, je mehr sie an das bevorstehende Frühstück dachten.

Nach dem gemeinsamen Start in den Tag mit frischen Brötchen von nebenan blieb wieder etwas Zeit zur Entspannung, doch dabei galt: Die Wachmannschaft durfte sich nicht vom Gelände des Gerätehauses entfernen, schließlich konnte jederzeit ein weiterer „Einsatz“ folgen.
Und der ließ nicht lange auf sich warten. Auf der K65 hatte sich ein Verkehrsunfall zwischen dem Dellenhof und der L159 ereignet. Dort erwartete die Jugendlichen eine sehr spektakuläre Übungslage, denn sie durften ein echtes Auto zerschneiden, um einen Übungsdummy zu retten.
An das Mittagessen schloss sich das letzte Übungsszenario des Berufsfeuerwehrtages an, als ein Turnhallenbrand am Schleidener Schulzentrum „Am Mühlenberg gemeldet wurde. Auch die Drehleiter aus Schleiden musste „alarmiert“ werden, damit das Feuer in der Turnhalle bekämpft werden konnte.
Die Wachmannschaft führte die Löschangriffe wechselweise durch, sodass immer ein paar von ihnen mit der Drehleiter in luftige Höhen von bis zu 30 Meter aufsteigen durften.



